Höflicher Start in die Fastenzeit

Gepostet von
11. Februar 2016

Kein Einzelfall: Papablogger Georg Lux hadert schwer mit seinem Gewicht.

Von Georg Lux*

Jeder Schwimmbadbesucher kennt die kleinen, meist weißen Gitter am Beckenrand. Durch diese Überlaufrinnen fließt regelmäßig Wasser ab, was laut Wikipedia „die Bildung von Schmutzrändern“ verhindert.

Leider wusste ich über diesen technischen Hintergrund noch nicht Bescheid, als mich meine zehnjährige Tochter Lucia bei unserem letzten Thermenurlaub mit einer trockenen Bemerkung überraschte. Kurz nachdem wir das Schwimmbecken geentert hatten, deutete sie auf eine Überlaufrinne und erklärte: „Du bist schon so dick, dass das Wasser übergeht.“ Ich verzichtete – unwissend, wie ich zu diesem Zeitpunkt noch war – auf eine Antwort.

Das Kind hat aus meinem Schweigen wohl geschlossen, dass ich eingeschnappt sein könnte. Als DAS Thema einige Tage später wieder zur Sprache kam, griff Lucia zu einer höflicheren Formulierung. Sie drückte ihren Kopf gegen meinen Bauch, versuchte ihre Hände hinter meinem Rücken zu schließen und sprach: „Ich kann den Papa nicht umarmen! Er ist zu ründlich.“

Ründlich also. So vornehm – oder besser: fürnehm – unterhalten sich sonst nur Graf Bobby und Baron Mucki über Gewichts… äh … Gewüchtsklassen.

Ich habe trotzdem beschlossen, in der Fastenzeit beim Essen einen Gang zurückzuschalten. Auch das soll die Bildung von Schmutzrändern verhindern.

* Der Journalist und Autor Georg Lux schreibt seit 2007 über das Leben mit seiner Tochter Lucia (geboren 2005). Die Kolumnen und Blogs sind u. a. in der WOCHE Kärnten, auf www.typischich.at und auf www.wiener-online.at erschienen.

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