Spatenstich für das neue Klagenfurter Hallenbad

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12. Oktober 2025

Es war ein Moment, auf den viele gewartet haben – und den einige schon gar nicht mehr für möglich hielten. Zwei Jahrzehnte lang war das neue Klagenfurter Hallenbad ein Thema, das immer wieder auftauchte, versandete, neu diskutiert wurde. Am Sonntag nun senkten sich die Spaten in die Erde – offiziell, feierlich, mit einem kollektiven Aufatmen.

63 Millionen Euro kostet das Projekt, das Ende 2027, spätestens Anfang 2028, fertiggestellt sein soll. Bund und Land beteiligen sich mit jeweils sieben Millionen Euro. Entstehen wird ein modernes Alpe-Adria-Sportbad, das Familien, Freizeit- und Leistungssport verbindet: ein 50-Meter-Becken mit zehn Bahnen, ein Lehrschwimmbecken, Regenerationszonen, ein Planschbereich mit Rutsche – alles barrierefrei, alles nach neuesten Nachhaltigkeitsstandards.

„Ein historischer Tag für Kärnten“, sagte Landessportdirektor Arno Arthofer – und seine Worte klangen nicht nach Routine. Für ihn steht das neue Bad symbolisch für das, was Sportpolitik leisten kann, wenn man dranbleibt. „Schwimmen ist die gesündeste Form der Bewegung. Es stärkt Herz und Kreislauf, ist gelenkschonend und fördert Ausdauer und Disziplin. Der Spitzensport liegt uns besonders am Herzen – vor allem dann, wenn Kärntner Athletinnen und Athleten mit Medaillen im Gepäck nach Hause kommen. Dieses Sportbad wird eine wertvolle Ergänzung zum Olympiazentrum sein“, sagte Arthofer.

Spatenstich Alpe Adria Sportbad. STW Chef Erwin Smolle, Arno Arthofer, Philipp Kucher, Vzbgm. Ronald Rabitsch, Bgm. Christian Scheider, Vzbgm. Stadträtin Constance Mochar, Vzbm. Patrick Jonke, LH Peter Kaiser. Foto: DerHandler

Spatenstich Alpe Adria Sportbad. STW Chef Erwin Smolle, Arno Arthofer, Philipp Kucher, Vzbgm. Ronald Rabitsch, Bgm. Christian Scheider, Vzbgm. Stadträtin Constance Mochar, Vzbm. Patrick Jonke, LH Peter Kaiser. Foto: DerHandler

Gerald Florian und Landessportdirektor Arno Arthofer. Foto: DerHandler

Gerald Florian und Landessportdirektor Arno Arthofer. Foto: DerHandler

Doch er blieb nicht bei den Profis stehen. Arthofer sprach auch von den Familien, den Kindern, den Menschen, die das Bad im Alltag nutzen werden. „Ein modernes Schwimmbad ist kein Luxus, sondern Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Kinder lernen schwimmen, Eltern entspannen, Ältere bleiben in Bewegung – das ist Gesundheitspolitik im besten Sinn.“

Landeshauptmann Peter Kaiser, selbst Ironman-Finisher, knüpfte daran an: „In einer modernen Stadt ist ein Schwimmbad unabdingbar. Es dient der Gesundheit, der Bildung und der Sicherheit – etwa wenn Blaulicht- und Einsatzorganisationen hier trainieren.“ Es sei, so Kaiser, ein Ort, an dem Lebensfreude, Prävention und sportliche Entwicklung zusammenkommen.

Nationalratsabgeordneter Philip Kucher verwies auf die nationale Dimension: „In Österreich gibt es über 600.000 Menschen über fünf Jahre, die nicht schwimmen können. Mit Schwimmkursen und Bewegungseinheiten wollen wir dagegenhalten. Dieses Bad ist nicht nur ein Projekt für Klagenfurt, sondern ein Signal, dass Sport und Bildung Hand in Hand gehen müssen.“

Auch auf lokaler Ebene war die Erleichterung greifbar. Vizebürgermeister Ronald Rabitsch sagte: „Ein Hallenbad ist weit mehr als ein Ort zum Schwimmen – es ist ein Ort, der Menschen verbindet. Es gehört zur Lebensqualität einer Stadt, dass Familien hier gemeinsam Freizeit verbringen können und Kinder sichere Bedingungen zum Lernen haben.“

Bürgermeister Christian Scheider sprach von einem „Meilenstein“: „Nach 20 Jahren Diskussionen werden heute Tatsachen geschaffen. Die Landeshauptstadt braucht dieses Hallenbad – nicht für uns Politiker, sondern für Familien, Jugendliche, Kinder und Sportler.“

Für Erwin Smole, Vorstand der Stadtwerke, war der Spatenstich schließlich „ein befreiendes Gefühl – ein Meilenstein und das größte Einzelinvestitionsprojekt in der Geschichte der Stadtwerke.“

Und so wird an diesem kühlen Oktobertag nicht nur Erde bewegt, sondern hoffentlich auch ein Stück Kärntner Geschichte geschrieben.

Fotos: DerHandler

Fotos: DerHandler

Geplant: Moderne Infrastruktur für Familie, Freizeit und Sport

Im Mittelpunkt steht ein großzügiger Familien- und Freizeitbereich mit rund 250 Quadratmetern Wasserfläche, einer Breitbandrutsche, einem Kleinkinderbereich und vielen Wasserspielaktionen. Bequeme Liegeflächen und ein einladender Gastrobereich sorgen für entspannte Stunden – egal ob nach dem Schwimmen oder einfach zum Genießen.

Ein besonderes Anliegen des Projekts ist die Förderung von Gesundheit und Bewegung, insbesondere bei Kindern. Künftig werden über 12.000 Kinder aus Klagenfurt und den Umlandgemeinden hier Schwimmen lernen – eine Investition in Sicherheit, Fitness und Lebensfreude.

Neben dem Familienbereich bietet das neue Hallenbad auch Profisportler:innen ideale Bedingungen: Das 50-Meter-Sportbecken mit Sprungbrett, Sprungturm, Kältebecken und Dampfbad erfüllt höchste Ansprüche. Damit entsteht mit dem neuen Alpen-Adria Familien- und Sportbad ein Ort, an dem Freizeitvergnügen und Leistungssport perfekt nebeneinander existieren. Für höchsten Komfort sorgt eine Zwei-Klima-Zone: Während das Wasser im Familienbereich angenehme 32 Grad hat, lädt das 50 x 25 Meter große Sportbecken mit 26,4 Grad zu sportlichen Aktivitäten ein.

Im neuen Bad findet auch das Olympiazentrum Kärnten eine moderne Heimat – mit Trainingsbedingungen, die dem österreichischen Olympiakader optimale Voraussetzungen bieten.

Regionale Wertschöpfung und Zeitplan

Um die heimische Wirtschaft einzubinden, werden insgesamt 40 Gewerke ausgeschrieben. Die entsprechenden Ausschreibungen werden in den kommenden Wochen veröffentlicht. Ende 2027 oder Anfang 2028 soll das neue Hallenbad schließlich eröffnet werden – als Ort, an dem Klagenfurt wieder Raum für Bewegung, Begegnung und Begeisterung bekommt.