„Kommen Sie vorbei, verkosten Sie und urteilen Sie selbst.“ Mit diesem Satz lädt Raimund Plautz, Innungsmeister der österreichischen Fleischer und selbst Klagenfurter, die Bevölkerung ein. Am Dienstag, 16. September, von 14 bis 17 Uhr, öffnet das Fleischkompetenzzentrum an der Gabelsbergerstraße seine Türen – und wer Hunger mitbringt, ist klar im Vorteil.
Drinnen sitzt die Jury in weißen Kitteln, die Stifte gezückt. Auf den Tellern: eine glänzende Käsekrainer, daneben ein Frankfurter, ein Stück Leberkäse und ein dampfender Weißwurst-Ring. Kaum ist der erste Bissen genommen, wird konzentriert notiert, mit ernstem Blick verglichen, kritisch abgewogen.
Dann folgen die Schwergewichte: Schinkenwurst, Mortadella, eine deftige Göttinger. Minuten später wechseln die Teller auf Pasteten, Rouladen, feine Kochwürste. Ein kurzer Moment der Stille, wenn eine besonders würzige Rohwurst angeschnitten wird – fast wie bei einer Opernpremiere, nur dass hier die Sopranistin aus Schweinefleisch ist. Zum Finale kommen Knödel, Aufstriche, Salate – die moderne Seite des Handwerks.
Bewertet wird streng: Optik, Geruch, Geschmack. Maximal 100 Punkte sind möglich, ab 91 gibt es Gold. Für die Fachjury eine ernste Sache, für das Publikum dagegen ein Genussparcours ohne Zwang.

Der 25. internationale Bewerb der Fleischer bringt dafür Fachleute aus dem In- und Ausland zusammen. Neu sind heuer die Kategorien „Bio“ und „Regional“. Und weil Genuss noch besser schmeckt, wenn er geteilt wird, gehen übrig gebliebene Fleisch- und Wurstwaren als Spende an das Eggerheim, den Sozialmarkt und das SOS-Kinderdorf in Moosburg.
Ein Jubiläum, das zeigt: Handwerk ist nicht nur Tradition, sondern vor allem Geschmack – und den gibt es in Klagenfurt am Dienstag zum Mitkosten.
Wo? Im Fleischkompetenzzentrum Klagenfurt, Gabelsbergerstraße / Ecke Lastenstraße.



