Kunsterlebnis Fuchskapelle Sankt Egid in Klagenfurt

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5. April 2026

Mitten in der Stadtpfarrkirche St. Egid verbirgt sich ein Raum, den viele gar nicht erwarten würden. Kein nüchternes Kirchenschiff, keine klassische Andacht – sondern ein Ort, der sofort wirkt. Wer die Tür zur sogenannten Fuchskapelle öffnet, steht nicht einfach in einer Kapelle, sondern in einer dichten, farbintensiven Bilderwelt.

Ein Raum, der einen sofort in den Bann zieht

Die ersten Sekunden entscheiden hier alles. Der Blick sucht Halt – und findet ihn nicht sofort. Überall Bewegung, Figuren, Symbole. Die Wände und die Decke verschmelzen zu einer einzigen Bildfläche, die sich über rund 160 Quadratmeter zieht. Es ist kein Raum, den man „anschaut“. Man steht mittendrin.

Zwei Jahrzehnte Arbeit – ein Gesamtkunstwerk

Der österreichische Künstler Ernst Fuchs hat sich hier über rund 20 Jahre hinweg verewigt. Schicht für Schicht entstand ein Werk, das sich nicht auf den ersten Blick erschließt. Die Maltechnik erinnert an alte Meister, gleichzeitig tauchen Motive auf, die überraschend modern wirken.

Fuchs griff dabei auf die Bildsprache der Offenbarung des Johannes zurück. Doch statt einer rein religiösen Darstellung entsteht etwas Eigenständiges: Visionen, die zwischen Tradition und Gegenwart pendeln, zwischen Symbolik und Interpretation.

Mehr als nur Kunst – ein Erlebnis

Wer sich Zeit nimmt, entdeckt ständig Neues. Kleine Szenen, versteckte Anspielungen, Figuren, die erst beim zweiten oder dritten Blick auffallen. Genau das macht den Reiz aus: Es gibt hier kein „schnell durchgehen“.

Geführte Rundgänge helfen dabei, die vielen Ebenen zu entschlüsseln. Denn hinter der intensiven Farbwelt steckt ein durchdachtes Konzept – und auch Details, die bewusst verborgen wurden. Manche Bereiche wurden im Laufe der Jahre verändert oder überarbeitet, andere erzählen Geschichten, die nicht sofort erkennbar sind.

Warum sich der Besuch lohnt

Die Fuchskapelle ist kein klassisches Sightseeing-Ziel. Sie funktioniert anders. Wer hereingeht, wird nicht belehrt, sondern überrascht. Es ist diese Mischung aus Überwältigung und Neugier, die bleibt.

Gerade weil sie etwas versteckt liegt, fühlt sich der Besuch fast wie ein Fund an. Und genau das macht den Unterschied: Man geht nicht nur hinaus – man nimmt Eindrücke mit, die sich erst später richtig ordnen.

Kurz gesagt: Wer in Klagenfurt unterwegs ist und abseits der bekannten Wege etwas entdecken will, sollte sich diese Kapelle nicht entgehen lassen.