Wörthersee Architektur: Architekt Franz Baumgartner

Gepostet von
20. April 2015

Architekt Franz Baumgartner hatte doch ein Kind. Seine Enkelin stiftet ein Portrait, das sie zur Geburt von Ihrem „Großvater“ bekommen hat und präsentiert interessante handschriftliche Briefe und Dokumente.

Von Heimo Kramer 

Franz Baumgartner (1876-1946), der wichtigste Vertreter der sogenannten Wörthersee-Architektur, hatte offiziell keine Kinder. Die Ehe mit seiner Frau Helene Hörwarter war kinderlos geblieben.

1)Handgeschriebener Brief, 1946 2)Sohn Pilot Franz Eber, geb.1893 3)Enkelin Ilse Eber, geb 1941 4)Portrait Ölgemälde, Geschenk 2014

1)Handgeschriebener Brief, 1946
2)Sohn Pilot Franz Eber, geb.1893
3)Enkelin Ilse Eber, geb 1941
4)Portrait Ölgemälde, Geschenk 2014

Der Architekt baute unzählige Villen und Hotels rund um den Wörthersee, war Direktor der „Bau- und Kunstgewerbeschule“ Villach (heute HTL), Professor, Zivilarchitekt, Rotary-Präsident und Hofrat. Er verstarb 1946 und ist in einem Ehrengrab der Gemeinde Velden beigesetzt.

Im Alter von 17 Jahren wurde Franz Baumgartner in Wien von der Hausdame der Familie in die Liebe eingeführt. Daraus entstand sein unehelicher Sohn Franz Eber, geboren 1893, den er später durch eine Vaterschaftserklärung anerkannt hat. Baumgartner studierte an der Akademie der bildenden Künste und arbeitete bei den Architekten Helmer und Fellner, die auch das Klagenfurter Theater erbauten. Nach der Ausbildung und seiner Hochzeit übersiedelte er von Wien nach Kärnten.
Sein Sohn Franz (1893-1980) war einer der ersten Piloten im Kaiserreich und seinen Flugschein mit der Nummer 7 unterschrieb Kaiser Franz Josef persönlich. Am Kärntner Abwehrkampf nahm er aktiv teil, indem er Flugzettel gegen den Anschluss an Jugoslawien aus seinem Flieger abwarf. Nach dem Krieg arbeitete er bei der „Hansa“ (später Lufthansa) als Pilot.

Das Ölbild bekam seine heute 71-jährige Enkeltochter, Frau Ilse Eber, zu ihrer Geburt 1941 von ihrem Großvater Franz Baumgartner, der extra dafür nach Wien reiste um es persönlich zu übergeben. Es zeigt Baumgartner in Husarenuniform (Bild links) als Bezug auf die ungarischen Vorfahren der Familie.
Im handgeschriebenen Brief (Foto links) mit Briefkopf „Professor Architekt – Franz Baumgartner – Villach“ aus dem Jahr 1946 an seinem Sohn „Lieber Franz“ erkundigt er sich nach dem Wohlergehen der Familie in den Nachkriegswirren.

Hotel Kointsch,1909, Karawankenplatz Velden

Hotel Kointsch,1909, Karawankenplatz Velden

Als Frau Eber von meinen Bemühungen um die Wörtherseearchitektur aus Fernsehen und Internet erfuhr, fasste sie den Entschluss, mir das Bild zu überlassen. Ich habe vor, das Portrait als Leihgabe an einem öffentlichen Ort auszustellen.

Bericht: Unser Wörthersee Magazin; Heimo Kramer (Vorstandmitglied der Zentralvereinigung der Architekten) schreibt über historische Architektur.


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