Kärntner Schätze wollen gefunden werden

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26. August 2014

Sechs unterirdische Ausflugsziele, die zum Teil auch in unserem Buch vorkommen, haben sich zur Initiative „Kärntner Schätze – Kultur im Berg“ zusammengeschlossen.

Von Georg Lux (Text) und Helmuth Weichselbraun (Fotos)

Informationen gesucht – Freunde gefunden. Die Recherche für unser Buch „Kärntens geheimnisvolle Unterwelt – Stollen, Höhlen, verborgene Gänge“ hat uns in den vergangenen Jahren mit vielen Idealisten zusammengebracht. Sie haben uns ohne Vorbehalte an ihrem Wissen und ihrer Arbeit teilhaben lassen. Viele dürfen wir, obwohl wir im Vergleich zu ihnen noch immer Laien in der „Unterwelt“ sind, mittlerweile Freunde nennen.

In den alten Stollen in Bad Bleiberg. Foto: Helmuth Weichselbraun

In den alten Stollen in Bad Bleiberg. Foto: Helmuth Weichselbraun

Aus vielen Gesprächen mit „unseren“ Insidern wissen wir, wie verzweifelt die Kärntner Schaubergwerke und Schauhöhlen ums Überleben kämpfen. Bis auf die jeweiligen Gemeinden werden sie von der öffentlichen Hand kaum unterstützt. Behörden lassen sich immer strengere Auflagen einfallen. Und vor allem das Land pulvert leider Geld in andere (leider auch inhaltlich) hohle Projekte.

🙁

Sechs unterirdische Ausflugsziele haben sich deshalb zur Kooperation „Kärntner Schätze – Kultur im Berg“ zusammengeschlossen. Es sind dies . . .

Man will über den nun veröffentlichten ersten „Kärntner Schätze“-Werbefolder hinaus auch ganz konkret zusammenarbeiten, zum Beispiel in den Bereichen Technik und Grubenrettungswesen.

Obir Tropfsteinhöhlen 3

In den Obir-Tropfsteinhöhlen. Foto: Helmuth Weichselbraun

Über allem steht die enorme historische Bedeutung: Kärnten war vom Mittelalter bis zur Neuzeit das bedeutendste Bergbauland der damals bekannten Welt. Die Bleiberger Knappenkultur zählt heute – in Kärntnern leider vielfach unbekannt – zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe.

Wir wünschen den „Kärntner Schätzen“ viele Besucher und viel Aufmerksamkeit!

Warum sie sich beides mehr als verdient haben, geht aus diesem von uns für die „Kleine Zeitung“ verfassten Text hervor:

Kärntner Stahl für Caesars Krieger

Ohne die damalige Kärntner Exportwirtschaft hätten sich die Römer ihr Weltreich wohl abschminken können. Julius Caesar und seine Nachfolger verdankten ihre militärischen Siegeszüge vor allem den Waffen, die aus dem legendären „Ferrum noricum“ gefertigt waren. Das stahlharte „norische Eisen“ wurde unter anderem im heutigen Hüttenberg abgebaut.

„Kärnten ist vom Mittelalter bis in die Neuzeit eines der ertragreichsten Bergbauländer der Welt gewesen“, sagt Gerhard Finding, Chef des Bergbaumuseums Klagenfurt. Von den Tauern bis zur Koralm findet man noch alte Stollen, Pingen (durch Abbau entstandene Vertiefungen im Boden), Halden und Schmelzöfen – „montanhistorische Denkmäler“, wie sie Gerhard Niedermay, der ehemalige Leiter der mineralogisch-petrographischen Abteilung am Naturhistorischen Museum Wien, nennt. Die Spuren der zum Großteil vergessenen Industriegeschichte ziehen sich bis in den urbanen Raum. Viele Klagenfurter Herrenhäuser haben einst reichen Gewerken (Bergwerksbesitzern) gehört. Auch das heutige Gebäude der Kärntner Landesregierung wurde Ende des 19. Jahrhunderts ursprünglich als „Verwaltungsgebäude der Hüttenberger Eisenwerks-Gesellschaft“ errichtet.

Immer geringere Erträge und die Globalisierung haben dem Bergbau mittlerweile beinahe überall in Kärnten ein Ende bereitet. 1978 war in Hüttenberg Schluss, 1993 in Bad Bleiberg. Abgebaut wird nur mehr Eisenglimmer in Waldenstein im Lavanttal und Magnesit auf der Millstätter Alpe in Radenthein.

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