Alpinkletter Tipps für den September

Gepostet von
2. September 2018

Im Folgenden gibt uns Gebietskenner Gerhard Schaar die besten Alpinkletter Tipps für den September im Hochalmspitze Massiv. Dabei stellt er uns fünf klasse Ziele vor, die bei einem schönen Altweibersommer extrem lohnend sind. Erstens die Hafnerplatten 4a am gleichnamigen Berg. Zweitens den Winterleitengrat 3a an der Hochalmspitze Südseite. Drittens die „Schwarze Schneid“ 4a an der Nordostseite der Tauernkönigin. Viertens den Großelendkopf Nordwestgrat 5b. Und fünftens die Langkarschneid im Langkar bei der Kölnbreinsperre.

Alle Kletterrouten findet Ihr auch ausführlich auf der Website zum Klettern im Maltatal, sowie im Maltatal Kletterführer beschrieben.

Alpinkletter Tipps für den September  – die Hafnerplatten 4a

Die Hafnerplatten 4a sind eine leichte und lohnende Klettertour auf den gleichnamigen Berg. Den 3076m hohen Hafner oberhalb der Kattowitzer Hütte. Die Route hat einerseits fünf Seillängen in angenehm flachen Gelände. Andererseits ist sie mit Bohrhaken bereits relativ gut abgesichert. Folglich braucht man keine allzu große alpine Erfahrung. Dennoch muss man hier die üblichen alpinen Gefahren Gefahren wie zum Beispiel das Wetter und möglichen Steinschlag einzuschätzen wissen.

Wir empfehlen den ca. 2stündigen Zustieg zur Kattowitzer Hütte am Vortag. So kann man am Folgetag ausgerastet aufbrechen. Wer gegen 8.00 Uhr losgeht, ist gegen 9.30 Uhr am Einstieg der Route und kann die warmen Sonnenstrahlen genießen. Die Kletterroute selbst sollte ca. 2-3 Stunden dauern. Nach dem Ausstieg benötigt man dann noch ca. 10 Minuten bis zum Gipfel. Eine richtig lohnende Tour für Einsteiger ins alpine Klettern mit grandiosem Ausblick und dem Fakt, dass man einen 3.000er erklettert!

Neben der normalen Kletter- und Bergausrüstung ist keine spezielle Ausrüstung notwendig!

Alpinkletter Tipps für den September – der Winterleitengrat 3a

Der Winterleitengrat 3a ist ein etwa 1,5km langer Granit Grat auf der Südseite des Hochalmspitze Massives. Bei schönem Wetter im Altweibersommer ist er fast den ganzen September über perfekt zu begehen. Ausgangspunkt ist die Gießener Hütte auf ca. 2.200m Seehöhe. Von hier aus geht es zuerst auf einem Wanderweg hinauf zum Winterleitenkopf. Dort beginnt die eigentliche Kletterei, welche nie sehr schwierig ist. Allerdings benötigt man für die Gesamtunternehmung ganz sicher alpine Erfahrung. Der Grat ist einerseits lang, es muss je nach Können immer wieder selber abgesichert werden. Und andererseits verläuft der Abstieg über die „Steinenden Mandln“ mit seinem steilen Firnfeld und Plankeis.

Der Grat unterteilt sich in drei klare Abschnitte, wobei die Schwierigkeit nie den 3 Grad überschreitet. Hier ist etwas Fingerspitzengefühl bei der Linienfindung gefragt. Sporadisch angebrachte Bohrhaken helfen allerdings dabei am Weg zu bleiben. Das Ende des Grates markiert der Gipfel des Winterriegels auf 3.147m Seehöhe. Dort wird man mit einem wunderbaren Rundblick der bis zum Triglav in Slowenien reichen kann belohnt!

Neben der normalen Kletter- und Bergausrüstung sind Steigeisen und ein Pickel mitzunehmen!

Alpinkletter Tipps für den September – die „Schwarze Schneid“ 4a

Die „Schwarze Schneid“ 4a ist ein absoluter Geheimtipp unter den Granit Graten in den Hohen Tauern. Denn dieser Gratübergang liegt sehr entlegen oberhalb der Villacher Hütte auf der Nordost Seite der Hochalmspitze. Das bedeutet zum einen einen langen Anmarsch über ca. 3 Stunden aus dem Maltatal herauf. Und zum anderen auch eine Übernachtung auf der Villacher Hütte, welche eine SelbstversorgerHütte ist.

Auch hier empfehlen wir den zustieg am Vortag. Durch die Seehöhe des Einstieges auf ca. 2.500m sollte man folglich nicht allzufrüh aufbrechen. Auch wenn der Grat nach Osten orientiert ist, im September sollte man bis ca. 9.0 Uhr warten dass der Fels schön trocken ist. Man beklettert den ganzen Grat etwas auf seiner linken Seite bzw. sucht sich immer den leichtesten Weg über diesen wunderschönen Gratrücken. Auf dessen höchstem punkt erwartet einem ein wunderbares Panorama auf den Hochalmgletscher, den Hafner und den Schober Eisig.

Neben der normalen Kletter- und Bergausrüstung ist keine spezielle Ausrüstung notwendig!

Alpinkletter Tipps für den September – Großelendkopf Westgrat 5b

Der Großelendkopf Westgrat 5b ist eine ernst zu nehmende alpine Unternehmung und nur für erfahrene Bergfexen zu empfehlen. Denn die gesamte Unternehmung involviert einen Gletscher zustieg, hochalpine Umgebung und einen langen Abstieg. Folglich ist ein Schönwettertag Voraussetzung für diese alpine Route.

Wir empfehlen den „Zustieg“ mit dem Mountainbike mit dem von der Malta Hochalmstraße her. In einer gemütlichen Stunde sollte man die Osnabrücker Hütte erreicht haben. Von dort aus verläuft der weitere Zustieg über das Großelend sowie über den Rücken der beeindrucken Gletschermoräne und zudem den Gletscher selber. Der Grat ist bereits von der Hütte aus sichtbar und gehört ganz klar zu den formschönsten seiner Art in den Hohen Tauern. Die Kletterei ist nie sehr schwer, allerdings können Feuchtigkeit und die vielen Flechten hier sehr „tricky“ sein. Also aufpassen an solchen Stellen!

Die eigentliche Kletterei endet am Gratrücken, welcher dann auf den eigentlichen Gipfel des Großelendkopf 3.317m weiterführt. Folglich kann man bereits hier über den Hochalmgletscher und die Preimelscharte, oder eben noch auf den Großelendkopf weiter klettern. Dort erwartet einem ein grandioser Ausblick auf die nahegelegene Hochalmspitze, den Großglockner und mit etwas Glück bis zum Dachstein und Triglav!

Neben der normalen Kletter- und Bergausrüstung sind Steigeisen und ein Pickel mitzunehmen!

Alpinkletter Tipps für den September – die Langkarschneid 4a

Die Langkarschneid ist vielleicht die lohnendste aller ganz leichten Alpinrouten im Maltatal. Denn dieser einmalige Felsrücken leuchtet einem einerseits an Schönwettertagen mit seiner spektakulären Form richtiggehend entgegen. Und andererseits bietet er schönen Fels, klasse Kletterei und anstrengende und vollständige alpine Rundumtour.

Ausgangspunkt ist der Parkplatz beim Berghotel Malta, von wo aus man über die Sperrenkrone an deren Südende quert und dort zum Weg ins Langkar absteigt. Der Zustieg dauert gute 1,5 – 2 Stunden und sollte nicht unterschätzt werden.

Dafür wird man mit leichter Gratkletterei und einem klasse Panorama belohnt. Nach dem ersten Kletterstück folgt ein längerer abschnitt mit Gehgelände. Dann steilt sich der Grat nochmals auf und es geht über zwei größere Türme dem Ausstiegsplateau entgegen. Das Ende der Kletterei ist kein Gipfel, sondern einfach der nördliche Rücken der Oberlercherspitze. Aufgrund des sehr langen Rückweges empfehlen wir hier bereits den Abstieg zu beginnen.

Link Tipp: HIER geht es zum Artikel „Kletterbares Maltatal“